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Die Kalimantan Mango, Kasturi (Mangifera casturi)

Die Kalimantan Mango (Mangifera casturi), die bei den Bewohnern Borneos als Kasturi bekannt ist, wächst an einem 10–30 m hohen Baum und kommt nur in einer sehr kleinen Gegend um Banjarmasin in Südborneo, Indonesien vor. Heute ist diese Mangoart wegen illegaler Abholzung nicht mehr in freier Natur zu finden, wird jedoch wegen ihres köstlichen Geschmacks weiterhin dort angebaut.

Die Früchte der Kalimantan Mango (Mangifera casturi) sind relativ klein im Vergleich zu anderen Mangoarten. Eine Frucht kann zwischen 50 und 84 g wiegen. Unreif ist sie grün. Wenn sie reif wird, nimmt sie einen bräunlichen oder schwarz-violetten Farbton an und beginnt, an der Oberfläche zu glänzen, häufig leicht violett-stichig. An der Farbe kann man auch die verschiedenen Unterarten der M. casturi erkennen. Bisher gibt es drei registrierte Unterarten – Kasturi, Mangga Cuban und Pelipisan. Kasturi ist wegen ihres angenehmen Geruchs die beliebteste. Mangga Cuban und Pelipisan werden oft als separate Arten betrachtet, wobei der Kasturi-ähnliche Duft der Pelipisan darauf schließen lässt, dass sie aus einer Kasturikreuzung entstanden ist. Die Zugehörigkeit und Einordnung dieser Mangoarten bedarf weiterer Forschung.

Das Fruchtfleisch der Kalimantan Mango ist orange, hat eine faserige Konsistenz und einen einzigartig süßen Geruch. Verglichen mit der Mango (Mangifera indica) ist die Kasturi weniger süß, hat jedoch einen intensiveren Geschmack und ein milderes Aroma. Das Fruchtfleisch der Kasturi ist reich an Ballaststoffen.

Die Kasturi ist sehr beliebt in Südborneo und seinen Nachbargebieten. Ihr angenehmer Duft wird sogar in einem alten Lied besungen: “Seharum kasturi, seindah pelangi, semuanya bermula.” (“Oh Kasturi, dein Duft ist schön wie ein Regenbogen. Die Liebe geht auf Reisen.”)

Durch illegale Abholzung ist der Kasturibaum aus seinem natürlichen Umfeld verschwunden. Alten Kalimantan Mangobäumen droht aufgrund ihres großen Holzvolumens das gleiche Schicksal. Viele Einwohner Borneos kultivieren kleine Mengen von Kalimantan Mangos in ihren Gärten oder auf kleinen Bauernhöfen.

Da die Kalimantan Mango langsam wächst wird sie nicht wie schneller wachsende tropische Obstbäume auf großflächigen Plantagen angebaut. Kalimantan Mangoplantagen gibt es nur in der Mataramangegend in Banjar (nicht zu verwechseln mit Banjarmasin). In Mataraman wurde 1980 versucht, eine kleine Menge von Kalimantan Mangos anzubauen. Die erste Ernte wurde 2005 eingetragen. Die Frucht ist zwar in der Gegend sehr verbreitet, aber das Angebot reicht nicht aus, um die Nachfrage zu decken.

Der Nutzwert des Kasturibaumes beschränkt sich auf Früchte und Holz. Der Stamm älterer Bäume kann einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen, aber aufgrund der langen Wachstumsphase nutzen die Banjar (ein Volk von Natureinwohnern des borneanischen Küsten- und Binnenlandes, das sich mittlerweile in Südborneo niedergelassen hat) trotzdem meist nur die Früchte des Baumes. Um ihren Holzbedarf zu decken, wählen sie Holz von ähnlicher oder besserer Qualität. Es ist nicht leicht, an die Früchte des Kalimantanbaumes heranzukommen, da er sehr hoch ist und es viel Anstrengung kostet, zu den früchtetragenden Zweigen zu gelangen. Früchte, die von sich aus zu Boden fallen sind jedoch von bedeutend geringerer Qualität.

Die Mangos können frisch gegessen oder zu Kasturimarmelade verarbeitet werden. Diese wird jedoch kaum auf Märkten zu finden sein, da Bauern sie meist nur für den Eigenbedarf herstellen. Weitere Produkte, die aus Kasturi hergestellt werden sind Pürees, Saft und Dodol (traditionelle Plätzchen). Doch auch sie sind schwer erhältlich, denn die Kalimantan Mango ist eine der populärsten Früchte der Banjar, und man muss sich um sie reißen. Kalimantan Mangos werden für teures Geld verkauft, aber die Banjar zahlen gerne den Preis für den unvergleichlichen Geschmack der Kalimantan Mango.

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Dienstag 25.5.2010 17:44 | Drucken | Exotische Pflanzen

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